Als ich mich in meiner Anfangszeit in Deutschland mit anderen Leuten unterhalten habe, dachte ich oft: „Habe ich mich verhört? Wieso beleidigt er/sie mich?“ Ich war oft schockiert. Warum?

Nun – einer der großen Unterschiede zwischen Deutsch und Englisch ist die Ausdrucksweise. Während es im Englischen eher darum geht wie man es sagt, geht es im Deutschen mehr darum was man sagt. Englisch-Muttersprachler umkreisen den Anlass für ihr Gespräch mit höflichen Redewendungen. Deutsche drücken sich in der Regel direkt und so eindeutig wie möglich aus. In ihrer Kommunikation versuchen sie direkt zum Ziel ihres Gespräches zu kommen. Sehr effizient, oder? „Ich brauche das und das, erledige das bitte, und zwar bis dann und dann. Alles klar?“

Es sind oft nur Nuancen im Umgangston mit dem Englisch sprechenden Gegenüber, die das Gesagte entscheidend in einer höflicheren Weise verändern. So könntet ihr zum Beispiel „you must“ ersetzen durch „you would have to“. In der folgenden Tabelle sind noch ein paar weitere Beispiele gegenübergestellt:

Deutscher Satz Direkte Übersetzung indirekt und diplomatisch
Das geht so leider nicht. That is not possible. That might not be possible.
Das können wir nicht machen. We cannot do that. I’m not sure that would work.
Wir haben da ein Problem mit… We have a problem. We are having some trouble with…
Das müssen Sie anders lösen. You must find a different solution. I think we can find a better solution for this.
Sie verstehen mich nicht. You don’t understand me. I think I didn’t express myself clearly.

So leicht kann höfliche Kommunikation in Englisch sein!

Mehr zum Thema findet ihr hier:

Die Kunst der Diplomatie

https://www.youtube.com/watch?v=ewc3ziZ8ReI

Nächste Woche erfahrt ihr mehr über die Höflichkeitsformen in der englischen Sprache.